Vorläufiges Konzept

Da zunächst der Bedarf erhoben wird und wir dann erfahren, mit wie vielen Gruppen wir starten können, wird daraufhin erst das Personal eingestellt werden können. Dieses Konzept besteht somit momentan erst aus den "großen Linien" und wird detaillierter erst mit Leitung und Team ausgearbeitet werden. 

Evangelische Trägerschaft
Das "Philippus-Kinderhaus" gehört zur Evang. – Luth. Kirchengemeinde Eisingen – Kist – Waldbrunn.

Die Trägerschaft übernimmt die Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Würzburg, handelnd für den Evang. KITA- Zweckverband Würzburg, örtlich vertreten durch die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn. Geleitet wird die Gemeinde von Pfrin Kirsten Müller Oldenburg zusammen mit dem Kirchenvorstand. Unsere Kirchengemeinde setzt sich aus insgesamt ca. 1400 Gemeindemitgliedern zusammen, die aus den Ortschaften Eisingen, Kist und Waldbrunn kommen. Unsere Philippuskirche steht in Eisingen in unmittelbarer Nachbarschaft zur katholischen Kirche.

Der Kirchenvorstand setzt sich zur Zeit aus 9 stimmberechtigten (inklusive Pfarrerin) und 7 beratenden Mitgliedern zusammen, welche in ausgewogenem Verhältnis aus allen drei kommunalen Gemeinden stammen. Alle 6 Jahre wird der Kirchenvorstand neu gewählt. Hieraus hat sich ein KiTa-Ausschuss gebildet. Ihm gehören in dieser Wahlperiode Sigrid Decker-Hestermann, Friederike Möhnle, Christine Sauer, Kai-Uwe Schlißke, Alexandra Thornagel und Pfarrerin Kirsten Müller-Oldenburg an.

Struktur als Arbeitgeber
Die Pfarrerin hat die Fach- und Dienstaufsicht. Unterstützung erhält sie hierbei vom beschließenden KiTa Ausschuss im Kirchenvorstand. Durch die Mitgliedschaft im Zweckverband erhält der KiTa Ausschuss weitere Unterstützung.

Unser Leitbild
Kinderhaus und Kirchengemeinde gehören für uns eng zusammen. Wir erzählen und leben den christlichen Glauben an Gott. Das christliche Menschenbild, das den Menschen als geliebtes Geschöpf Gottes, das angenommen und einmalig ist, ist Grundlage unseres Umganges miteinander und mit sich selbst.

Außerdem ist für uns wichtig, mit den Kindern gemeinsam christliche Traditionen zu entdecken, zu gestalten und zu leben. Das Kirchenjahr wird gemeinsam erlebt. Die Schöpfung Gottes in seiner ganzen Vielfalt zu erleben, zu entdecken, zu erfahren.

Alle Kinder unabhängig von sozialer Herkunft, Konfession oder Religion, Nationalität, Entwicklungsstand und Begabung oder Beeinträchtigung sind uns willkommen.

Als Kinderhaus möchten wir unseren Beitrag zur gesellschaftlichen Verantwortung im Rahmen der Kindererziehung, aber auch Bildung der Kinder übernehmen. Eine verantwortungsvolle Erziehungspartnerschaft mit den Familien ist für uns selbstverständlich.

Auch im Bezug auf die Mitarbeitenden der KiTa sind wir uns unserer Verantwortung und Fürsorgepflicht bewusst. Es gibt für das Team und die Leitung bzw. stv. Leitung eine klare Trennung in verschiedene Verantwortungsbereiche und Aufgaben.

Einbindung in die Kirchengemeinde
Unsere Kirchengemeinde zeichnet sich durch eine authentische Willkommensstruktur aus. Diese soll sich auch innerhalb des Kinderhauses widerspiegeln. Es ist für uns selbstverständlich, dass es gemeinsam gestaltete Feste, Feiern und Gottesdienste geben wird. Zu diesen werden aber nicht nur evangelische Gemeindemitglieder willkommen geheißen, sondern eben jeder.

Zusätzlich zu den etablierten Angeboten unserer Kirchengemeinde ist eine weiterentwickelte Eltern- und Familienarbeit angedacht. Hier auch gerne in Kooperation mit kommunalen Angeboten wie der WaBE oder der katholischen Kirche, so wie bisher bereits in der ökumenischen Zusammenarbeit.

Evangelisches Profil - Orientierung am christlichen Menschenbild
Jes 43,4: "Du bist wertvoll in meinen Augen und ich habe dich lieb, spricht Gott der Herr."

Jeder Mensch ist wertvoll und wichtig. Dabei gibt es keine Gewichtung, keinen Maßstab, der einen Wert festlegt. Die Tatsache, dass der Mensch auf dieser Welt ist, macht ihn wertvoll. Was bedeutet dieser Bibelvers für unser evangelisches Profil?

Ein wesentlicher Aspekt ist, dass Kinder in unserem Verständnis keine Objekte sind, über die bestimmt werden kann. Kinder sind "kleine Menschen", also bereits vollständige eigene Persönlichkeiten und somit in ihrer Person ernst zu nehmen. Konkret bedeutet dies, dass die Bedürfnisse der Kinder in den Vordergrund gestellt werden und wir in der Verantwortung stehen, sie mit all unseren Möglichkeiten zu unterstützen, damit sie in ihrer Entwicklung voranschreiten können.

Ein viel genutzter Begriff ist zur heutigen Zeit das Schlagwort "Inklusion". Setzen wir den vorangestellten Bibelvers um, heißt Inklusion nichts anderes als "gelebte Vielfalt". Füllen wir diese Hülse mit Leben und betrachten diese Vielfalt als Chance. Eine Chance, gemeinsam zu leben, zu lernen, zu entwickeln... Jeder darf seinen Platz in unserem Kinderhaus finden und Gemeinschaft mit den anderen Menschen, die Teil des Kinderhauses sind, leben. Dabei spielen Etiketten, die von außen verteilt werden, keine Rolle. Wichtig ist, was der einzelne Mensch mitbringt und wie wir gemeinsam damit umgehen. Dazu gehört es auch, mit Konflikten und Fehlern, die gemacht werden, konstruktiv umzugehen. Hier liegt die Verantwortung beim Personal, den Kindern einen konstruktiven Umgang vorzuleben, aber auch, Strukturen zu erschaffen, die ein solches Lernfeld ermöglichen. Also wir leben vor: Niemand muss perfekt sein. Menschen machen Fehler, entscheidend ist aber, dass sie damit konstruktiv umgehen. 

Ein weiteres Schlagwort ist die sogenannte "Ganzheitlichkeit". Erst wenn ich eine Sache mit Hand, Herz und Verstand durchdrungen habe, verankere ich sie in meinem Erfahrungsschatz. Mit der Hand kann ich Dinge "be-greifen" und "er-fassen", wenn eine Sache mein Herz erreicht, bin ich innerlich beteiligt, und wenn ich es mit dem Verstand verstehe, kann ich es wirklich durchdringen. Studien haben ergeben, dass ein Mensch am meisten lernt und verinnerlicht, je mehr Sinne er dabei benutzt. Für eine KiTa bedeutet es, Kindern Möglichkeiten zu bieten, sich ihre Umwelt eigenständig anzueignen. Es geht hierbei nicht um vermeintliche Perfektion, sondern um den Stolz, den bereits Kleinstkinder erleben, wenn sie sich als wirksam erleben dürfen. Sich anziehen können, etwas allein schaffen. Selbstkompetenz und Selbstwirksamkeit sind hier die entscheidenden Begriffe. D.h. pädagogische Arbeit geschieht nicht nur im Gruppenraum, sondern genauso beim An- und Ausziehen und bei der Begleitung von der Windel zur Toilettenbenutzung.

Als evangelischer Träger ist uns eine gelingende und wertschätzende Beziehungsarbeit elementar bedeutsam. Vor jeder pädagogischen Arbeit steht das sogenannte Beziehungsgeschehen. Das bedeutet, das Kind weiß sich einer Bezugsgruppe und einer Bezugspädagogin zugeordnet, die ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. In diesem gelingenden Gefüge kann sich das Kind frei entwickeln und vor allem auch lösen, um sich auf den Weg in die Eigenständigkeit zu machen.

Ganzheitliches Verständnis von Religionspädagogik
„Ein Ganzes ist Erziehung nur, wenn sie als Ganzes religiös ist.“ (Martin Buber)

Wir sind davon überzeugt, dass der Glaube an Gott Haltungen prägt und sich damit auch im Verhalten widerspiegelt. Wir gehen also in einer bestimmten, vom Glauben und von Menschenliebe getragenen Haltung mit den Kindern, ihren Eltern und miteinander im Team um. Prägend für eine evangelische KiTa ist die Begegnung mit gelebtem Glauben. Neben der Wertschätzung und Achtsamkeit dem Anderen gegenüber sind hierbei auch das Ernstnehmen seiner Fragen und Ansichten von großer Bedeutsamkeit. Es ist der Auftrag der Pädagogen, Kinder in ihrem Glauben wahr- und ernst zu nehmen, sie bei ihren Fragen zu begleiten, aber auch ihre kritischen Anmerkungen zu hören und zu bedenken. Es müssen Räume geschaffen werden, in denen ein Suchen, Fragen, Zweifeln, Hoffen, Bedenken, Entdecken... möglich sind. Und es bedarf Erwachsener, die einen guten Blick für Situationen haben, in denen Kinder sich mit ihrem Glauben beschäftigen (wollen). Dabei sind es oft vermeintlich belanglose Momente, die einen tieferen Zugang zum Kind und seiner oft verblüffenden Sichtweise ermöglichen.

Die Arbeit in einem evangelischen Kindergarten erfordert auch eine Offenheit und Bereitschaft, die eigene religiöse Biographie zu reflektieren und sich dabei eine Offenheit für neue, andere, vielleicht abwegig erscheinende Gedanken zu bewahren. All dies gelingt jedoch nur, solange ich als Pädagoge/Pädagogin in meinem Verhalten authentisch bin und eine Kongruenz zwischen meinem Denken und Handeln besteht. Kinder haben feine Antennen.

Auch hier steht an erster Stelle das Wissen um das Kind als eigenständiges Wesen. Als Pädagoge/Pädagogin gehe ich mit dem Kind in den Dialog, respektiere seine Persönlichkeit und unterstütze es bei seinen individuellen Lernschritten.

Pädagogisches Konzept
"Ohne Bindung keine Bildung"

Was heißt das konkret? Nur wenn ich in Beziehung zu einem Kind gehe, ihm einen sicheren Rahmen biete, hat es die Kapazitäten frei, sich auf seine Bildung zu konzentrieren. Beziehungsarbeit bedeutet also immer, den Grundstein für eine gelingende Bildung zu legen. Bereits Jesus hat das Kind in die Mitte gestellt, in dem er sich Zeit für sie nahm und sie in ihrer Wichtigkeit erhoben hat und in die Mitte nahm. Auch hier wieder der Blick auf das Kind und seine individuelle Persönlichkeit. Jedes Kind erschließt sich die Welt in seinem Tempo, mit seinen Möglichkeiten, in seiner ihm eigenen Intensität. Dazu gehört es, zu erkennen, dass das Kind ein selbsttätiger Akteur ist. Nur durch das eigene Tun erobert sich ein Mensch die Welt und kann sie innerlich abbilden. Hier wird die Basis für selbständiges Handeln gelegt.

Unerlässlich in einer evangelischen KiTa ist die Partizipation der Kinder am unmittelbaren Geschehen. Diese Haltung setzt bereits im Krippengeschehen an und umfasst unter anderem auch alltägliche Bereiche: Essen, Wickeln, Schlafenszeiten, um einige Beispiele zu nennen. Das Kind wird hierbei in seinen persönlichen Bedürfnissen wahr- und ernst genommen, ein eigenverantwortliches Entscheiden und Handeln wird somit angebahnt und ermöglicht. Nach dem Ansatz von Emmi Pikler werden Abläufe, Handlungen und Gefühle sprachlich begleitet und das Kind erlebt somit den gemeinsamen Dialog.

Übergänge werden individuell gestaltet und begleitet, dazu gehören auch ein Eingewöhnungskonzept sowohl in die Krippe als auch den Kindergarten. Die Kooperation zwischen den am Übergang beteiligten Systemen wird von allen Beteiligten im Hinblick auf die Bedürfnisse des Kindes gestaltet. Das Wissen um die Bedeutsamkeit von Übergängen fließt maßgeblich in die Konzeptgestaltung mit ein. Eine intensive und gelingende Zusammenarbeit mit den auf den Kindergarten folgenden Schulen ist dabei zielführend.

Eine wesentliche konzeptionelle Säule ist das ganzheitliche Lernen. Bereits der Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827) wusste um die Verbindung zwischen Hand, Herz und Verstand im Bezug auf das kindliche Lernen. Die Herausforderung für den Pädagogen besteht hierbei darin, dem Kind Bildungsangebote zu machen und sich dann in die Rolle des Beobachters bzw. Assistenten oder gleichberechtigten Spielgefährten zu begeben. Als Begleiter ist dieser in der Lage, dem Kind in kritischen Momenten mit hilfreichen Impulsen beiseite zu stehen ohne ihn der Möglichkeit einer eigenen Erfahrung zu berauben. Besonders in der Krippe sind dabei auch nonverbale Impulse und Bedürfnisse des Kindes vom Pädagogen wahrzunehmen und individuell darauf zu reagieren.

In festen Bezugsgruppen ist ein differenziertes Spielen und Arbeiten möglich. Diese Gruppen können in unterschiedlichen Erfahrungsfeldern verschieden besetzt sein. Jeder Gruppe ist eine feste pädagogische Bezugs- und Ansprechperson zugeordnet. Dieses ermöglicht eine ganzheitliche Wahrnehmung der einzelnen Kinder in ihrer Einzigartigkeit. Die Bezugsgruppen sind nicht zwingend altershomogen, altersgemischte Gruppen ermöglichen ebenfalls wertvolle Erfahrungen. Ein wichtiger Bestandteil innerhalb dieser Arbeit ist es, den Kindern - und auch uns Erwachsenen - immer wieder vor Augen zu führen: Es ist normal anders zu sein und es ist schön, dass jeder von uns etwas zum Gelingen der Gemeinschaft beitragen kann. Dieses gelingt durch Offenheit und den Dialog auf Augenhöhe miteinander.

Für ein ganzheitliches Lernangebot werden zusätzlich sogenannte Bildungs- und Lernbereiche eingerichtet, die raumübergreifend im Gebäude unterschiedlich gefüllt sind. Den Kindern steht somit ein vielfältiges Angebot zur Verfügung, das sowohl in der Bezugsgruppe, aber auch eigenständig genutzt werden kann.

Ein weiterer Baustein der Bildungsvielfalt liegt in der Projektarbeit. So kann ein Thema mit der ganzen Einrichtung bearbeitet und erfahren werden. Jedes Kind findet einen Zugang zu diesem Thema und wird seine individuellen Erfahrungen sammeln. Dabei kann es auch in einer Altersstufe verschiedene Erfahrungsfelder geben und nicht jedes Kind zwingend das gleiche Wissen vermittelt bekommen. Wird dieses Projekt zu einem späteren Zeitpunkt erneut in den Mittelpunkt gerückt, kann das Kind seine in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen integrieren und seinen Horizont erweitern.

Nur durch persönliche Erfahrungen mit der Natur entwickeln Kinder auch eine Beziehung zur Schöpfung. Wenn sie erfahren, wie sich ihr Umfeld unter verschiedenen Wetterbedingungen und in den Jahreszeiten verändert, wenn sie Gelegenheit haben, sich als Teil der Natur zu begreifen, wenn sie Zeit und Gelegenheit haben, die Natur zu beobachten und mit allen Sinnen zu erleben, dann entsteht daraus ein Bezug zur Umwelt. Kälte und Wärme, Regen, Wind, Sonne und Schatten wollen erfahren werden, um sie zu begreifen. Daher ist in einer naturnahen Pädagogik ein unerlässliches Element, dass die Kinder viel rausgehen, auch bei (fast) allen Witterungen.

„Das Leben anzuregen – und es sich dann frei entwickeln zu lassen – hierin liegt die erste Aufgabe des Erziehers“ (Maria Montessori)

Neben der Verlässlichkeit in der Beziehungsgestaltung ist uns die Verlässlichkeit in der haltgebenden Struktur bedeutsam. Für die Kinder ist der Ablauf im Kinderhaus ihr Alltag. Dieser soll Sicherheit geben durch klare wiederkehrende Strukturen, die sowohl den einzelnen Tag als auch die Woche in sich wiederholende Elemente gliedert und einen Jahresablauf, der feste Rituale beinhaltet. Bei Letzterem spielen die christlichen Feste und Gebräuche eine Rolle.  Innerhalb dieser sicherheitsgebenden Struktur ist eine individuelle Entwicklung gut und gelingend möglich.

Eine evangelische KiTa versteht sich als Teil der kommunalen Bildungslandschaft, das bedeutet, eine gute Kooperation und Vernetzung mit allen Bildungspartnern ist unverzichtbar.

Ein jeder ist mit dem Ausspruch "Essen hält Leib und Seele zusammen" vertraut. So darf auch in der Vorstellung eines pädagogischen Konzeptes für eine evangelische KiTa das Thema "Ernährung/Essenskonzept" nicht fehlen. Es ist uns ein Anliegen, dass möglichst viele der Lebensmittel frisch und direkt verarbeitet und gemeinsam verzehrt werden. Bei der Essensgestaltung in einer KiTa handelt es sich nicht nur um die Versorgung mit Nahrung.

Essen ist mehr als die pure Nahrungsaufnahme. Die gemeinsame Zubereitung mit den Kindern ist ein Aufgaben- und Lernfeld, welches nicht künstlich erzeugt werden muss, sondern in den Alltag integriert wird.  Es ist uns wichtig, Kindern diese Erfahrungen zu ermöglichen. Die Kinder verbringen einen Großteil ihres Alltags im Kinderhaus, somit ist hier ein Ort, an dem auch Alltägliches, scheinbar Unspektakuläres, aber für die Entwicklung Unverzichtbares als Lernfeld miteinander gelebt wird. Die Kinder werden in den Ablauf der Mahlzeiten einbezogen und erleben auch hier Partizipation. Wesentliche Handlungskompetenzen werden hier wie nebenbei gestärkt. Zudem wird hierdurch für eine gesunde Ernährung ein aktiver Baustein gesetzt. Nahrungsaufnahme im ganzheitlichen Sinne einer evangelischen Kindertagesstätte umfasst das Planen von Mahlzeiten, das Schreiben von Einkaufszetteln, das Einkaufen von Zutaten, das Probieren von Zutaten, das gemeinsame Zubereiten von Mahlzeiten, Schneiden, Hantieren,  das Tisch decken, das gemeinsame Essen, das Ab- und Aufräumen nach dem Essen, das Spülen oder Ein- und Ausräumen der Geschirrspülmaschine. Mit den voran genannten Tätigkeiten ist bereits eine Vielzahl an Lernfeldern umrissen, die das Zubereiten einer Mahlzeit für ein Kind beinhaltet. Nahezu nebenbei werden mathematische, sprachliche, feinmotorische und soziale Fähigkeiten vermittelt ohne dafür eine künstliche Lernsituation zu schaffen.

Es ist durch dieses gemeinsame Kochen zudem möglich, den Kindern einen Einblick in die saisonale, regionale und ursprüngliche Küche zu ermöglichen. Auch eigenes Anpflanzen und Ernten sind Erfahrungen, die umzusetzen angestrebt sind und dieses Lernfeld noch unterstützen.

Langfristig streben wir das selbst frisch Kochen warmer Mahlzeiten täglich an. Zu Beginn wird dies wegen der technischen Voraussetzungen (Ausstattung der Küche) noch nicht ganz erfüllt werden können.

Im Philippus-Kinderhaus wird gemeinsam das gleiche Essen gegessen. D.h. die Kinder bringen keine Brotboxen mit eigenem Essen mit, sondern es werden Mahlzeiten für die ganze Gruppe unter Einbeziehung der Eltern organisiert. Als evangelischer Träger ist es uns ein Anliegen, auch im Bereich Ernährung eine Chancengleichheit herzustellen und trotzdem Vielfalt zu leben, indem unterschiedliche Essensgewohnheiten - aufgrund von Religion, Gesundheit etc. - respektiert werden, aber dennoch jeder für sich entscheiden kann, was und auch wie viel er essen möchte.

Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern
Zu einer gelingenden Bildungs- und Erziehungspartnerschaft gehört, dass sich beide Seiten darüber klar sind, welches ihrer Rolle in diesem Prozess ist. Der/die Pädagog*in hat einen anderen Blick auf das Kind als die Eltern. Beide Wahrnehmungen haben ihre Berechtigung und müssen nicht miteinander konkurrieren, sondern ergänzen sich. Es ist für uns selbstverständlich, dass Eltern ihre Erziehungskompetenz nicht abgesprochen wird. Gleichzeitig sieht sich die KiTa als Unterstützer und manchmal auch als "Initiator" für neue Schritte, jedoch immer in Kooperation mit den Eltern und nie gegen deren Willen oder Überzeugung. Eltern haben die Möglichkeit, nach Absprache im Kinderhausalltag zu hospitieren und so die Entwicklung ihres Kindes auch außerhalb des familiären Umfeldes zu erleben. 

Eine evangelische KiTa sieht sich als Treffpunkt für Familien, als einen Ort, an dem Begegnungen stattfinden und Kontakte geknüpft werden können. In Kooperation mit anderen Fachleuten wie z.B. Fachberatung, Frühförderung kann den Eltern ein großes Spektrum an Möglichkeiten eröffnet werden. Mit Hilfe von thematischen Abenden erhalten Eltern die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen oder aber ihre Fragen stellen zu können. Eine Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie zum Beispiel der Familienbildung im Landkreis und der Erziehungsberatung der Diakonie ist hierbei eine Unterstützung. Zur Partnerschaft gehört ebenfalls eine Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeit für Eltern. Dies beinhaltet auch, dass Bedürfnisse und Wünsche der Eltern gehört, besprochen und ggf. umgesetzt werden. Hierzu finden regelmäßige Elternbefragungen sowie Elternabende statt. Auch gemeinsame Entwicklungsgespräche über das eigene Kind sollen der Bildung einer partnerschaftlichen Erziehungsarbeit dienen.

Elternbeiträge werden so berechnet, dass alles bis auf das Essen inkludiert ist, d.h. es fallen zu den gezahlten Elternbeiträgen keine weiteren - überraschenden - Kosten wie Kopierkosten etc. an. Lediglich der Essensbeitrag wird separat berechnet.