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Zur Hauptseite "Historie"Die Jerusalemer Fenster der Synagoge des
Hadassah-Hebrew-University-Hospital in Jerusalem von Marc Chagall

Hinweise zu den Abbildungen


Ein Lichtbildervortrag
gehalten am 19. Oktober 2000 anläßlich der Chagall-Ausstellung in der Philippuskirche Eisingen

Von Dr. Hans R. Gensch

Inhalt

Jerusalem
Synagoge des Hadassah-Hospitals
Die Glasfenster
Ruben (1)
Simeon (2)
Levi (3)
Juda (4)
Sebulon (5)
Issachar (6)
Dan (7)
Gad (8)
Ascher (9)
Naftali (10)
Josef (11)
Benjamin (12)
Zum Abschluss: Israel heute

 


 

Im 1. Buch Moses, der Genesis, steht in Kapitel 35, Verse 9 – 10:

Als Jakob aus Mesopotamien zurückkehrte, erschien ihm Gott ein zweites Mal. Er segnete ihn und sagte: „Du sollst von nun an nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel.“ So gab er ihm den Namen Israel.

Und einige Verse später in Kapitel 35, Verse 22 – 26 lesen wir:

Jakob hatte zwölf Söhne. Die Söhne, die Lea geboren hatte, waren: Ruben, der Erstgeborene, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon. Die Söhne, die Rahel geboren hatte, waren: Josef und Benjamin. Die Söhne von Bilha, der Dienerin Rahels, waren Dan und Naftali, die von Silpa, der Dienerin Leas, waren Gad und Ascher.
Das sind die Söhne Jakobs, die ihm in Mesopotamien geboren wurden.

Im Mittelpunkt meines Vortrags sollen zwölf Glasfenster stehen, die Marc Chagall für die Synagoge des Hadassah-Hebrew-University-Hospital in Jerusalem geschaffen hat. Die zwölf Söhne Jakobs und die aus ihnen hervorgegangenen zwölf Stämme Israels sind das Thema seiner Entwürfe.

Den Auftrag für diese Fenster erhielt Chagall 1959 von der Hadassah, einer zionistischen Frauenorganisation in Amerika, die auch das Hospital in Jerusalem gebaut hatte. Er war darüber sehr erfreut, denn Madame Chagall verriet gegenüber Frau Dr. Freund, der damaligen Präsidentin der Hadassah in Amerika, ihr Mann hätte schon immer auf einen Ruf des jüdischen Volkes gewartet. Er willigte ein, die Fenster ohne Honorar zu entwerfen. Natürlich sollte die Hadassah-Organisation für Materialkosten, Löhne der Arbeiter im Atelier von Jaques Simon bei Reims, sowie für andere Ausgaben aufkommen.

Marc Chagall hat zwei Jahre an den Entwürfen für die Fenster gearbeitet. Er wurde dabei von zwei französischen Künstlern, Charles und Brigitte Marq unterstützt. Charles Marq, ein ausgezeichneter Glaskunstmeister war der Leiter der Simon-Werkstätten. Er hatte insbesondere neue Techniken entwickelt, die es gestatteten, mehrere Farben auf ein und dasselbe Glasstück aufzubringen. Auch in der St. Juste Glasmanufaktur im Loiretal, in der das Glas geblasen wurde, führten neue Brenntechniken dazu, daß die Vielzahl und Leuchtkraft der Farben zu besonderer Geltung kamen. Zu dieser Schaffensperiode sagte Chagall einmal:

„Während der ganzen Zeit meiner Tätigkeit fühlte ich, wie mir mein Vater und meine Mutter über die Schultern schauten, und hinter ihnen standen Juden, Millionen vergangener Juden von gestern und von vor tausend Jahren.“

Nach ihrer Fertigstellung wurden die Fenster zunächst in einem speziell gebauten Pavillon im Louvre in Paris und später auch im Museum of Modern Art in New York ausgestellt. Schließlich wurden sie in der neuen, von Joseph Neufeld entworfenen Synagoge des Hadassah-Hospitals eingebaut. Bei der Einweihung der Synagoge am 6. Februar 1962 war Marc Chagall anwesend. Er sprach dabei von der Freude, die ihn erfüllte:

„... meine bescheidene Gabe dem jüdischen Volk zu überbringen, dem Volk, das immer von der biblischen Liebe geträumt hat, von Freundschaft und Frieden unter allen Völkern. Dem Volk, das hier schon vor tausenden Jahren unter anderen semitischen Völkern gelebt hat. Meine Hoffnung ist, daß ich hierdurch meine Hand zu Kultursuchenden, zu Dichtern und zu Künstlern unter den Nachbarvölkern ausstrecke.“

Um uns die Fenster anzusehen, müssen wir also nach Jerusalem fahren. Da uns das am heutigen Abend nicht mehr gelingen wird, habe ich Ihnen ein paar Bilder aus Jerusalem mitgebracht, die ich während zweier Reisen in den Jahren 1996 und 1999 gemacht habe.

Jerusalem

Trotz aller Probleme, von denen wir im Augenblick wieder einmal aus Israel und Jerusalem hören, ist Jerusalem eine faszinierende Stadt. Sie ist die Heilige Stadt schlechthin und für die drei monotheistischen Weltreligionen von eminenter Bedeutung. Für die Juden ist es die Stadt des ersten und zweiten Tempels, für die Christen die Stadt, in der Jesus gelehrt und gelitten hat, für die Moslems die Stadt, in der der Prophet Muhammad auf seinem Pferd Buraq seinen Ritt in den Himmel angetreten hat.

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Jerusalem, Blick auf den Tempelberg

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Tempelberg. Wir sehen die Al-Aqsa-Moschee, hinter der die Westmauer des durch die Römer zerstörten zweiten Tempels liegt und den Felsendom mit seiner weithin leuchtenden Goldkuppel, und in einiger Entfernung ist auch die Dormitiokirche auf dem Zionsberg zu erkennen.

In den nächsten Bildern sehen wir weitere Beispiele für die vielfältigen Bauten, die den multireligiösen Charakter Jerusalems unterstreichen. Für die Christenheit ist die Grabeskirche das Hauptheiligtum.

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Jerusalem, Grabeskirche

Werfen wir auch einen Blick auf den Garten Getsemani. Wir sehen die Kirche Getsemani, die auch die Kirche der Nationen genannt wird. Darüber ist die russisch-orthodoxe Magdalenenkirche zu sehen. Dabei sei erwähnt, daß alle christlichen Kirchen in Jerusalem vertreten sind.

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Jerusalem, Gethsemani-Kirche
(Kirche der Nationen und russisch-orthodoxe Magdalenen
kirche)

Im Innern des Garten Getsemani stehen alte Olivenbäume. Von manchen Reiseführern wird sogar erzählt, es wären die gleichen wie zu Zeiten Jesu, was natürlich nicht stimmen kann, da Olivenbäume maximal 1000 Jahre alt werden können.

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Jerusalem, Garten Gethsemani

Wie schon erwähnt ist der Felsendom für die Muslime das wichtigste Heiligtum. Aber auch der gesamte Tempelberg. Wir sehen hier die Kuppeln von darunter liegenden Koranschulen.

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Jerusalem, Felsendom

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Jerusalem, Koranschulen auf dem Tempelberg

Für die Juden ist Jerusalem ganz besonders heilig, und das seit Davids Zeiten. Jerusalem und auch die Heiligtümer wurden immer wieder zerstört und wieder aufgebaut. Beispielsweise lag die Via Dolorosa zu Zeiten Jesu 8 m tiefer als die heutige. Als Beispiel für die immer wiederkehrende Zerstörung zeige ich Ihnen den Steinbogen der Hurva-Synagoge. Sie wurde 1701 begonnen, aber erst 1859 fertiggestellt. Daher hat sie ihren Namen, denn Hurva heißt Ruine. 1949 fiel sie dem Krieg zum Opfer. Man hat danach nur den Steinbogen als Mahnmal errichtet.

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Jerusalem, Ruine der Hurva-Synagoge

Das wichtigste Beispiel ist aber die Westmauer des zweiten Tempels, von Nichtjuden die Klagemauer genannt. Sie ist der einzige Überrest des zweiten Tempels.

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Jerusalem, Westmauer des zweiten Tempels (Klagemauer)

 

Die Synagoge des Hadassah-Hospitals

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Das Hadassah-Hospital

Betreten wir nun die Synagoge des Hadassah-Hospitals. Leider habe ich weder ein Dia vom Äußeren des Baus noch von einem Gesamtüberblick von Innern. Sie müssen sich einen quadratischen Raum vorstellen – ähnlich unserem Kirchenraum – außen ein Säulengang. Der innere Teil ist um einige Treppenstufen tiefer gelegen. Über den quadratischen Teil ragen die Fenster heraus. Es sind zwölf Fenster, an jeder Seite drei. So haben auch an den Lagerplätzen die zwölf Stämme ihre Zelte um die auf ihrer vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste mitgeführte Bundeslade aufgestellt.

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Synagogenfenster von außen, von innen beleuchtet

Die einzelnen Fenster sind 3,4 m hoch und 2,5 m breit. Bei der Betrachtung der einzelnen Fenster fehlt uns nun leider der Gesamteindruck des Kunstwerks, insbesondere das nach oben strebende Gefühl, das man auch beim Betreten einer gotischen Kapelle hat.

Wie gesagt, das Thema der Fenster sind die zwölf Söhne Jakobs und damit auch die zwölf Stämme Israels. Die Motive beziehen sich auf die Segenssprüche Jakobs für seine zwölf Söhne im 1. Buch Moses, Kapitel 49 und auf die Segnungen Moses für die zwölf Stämme Israels im 5. Buch Moses, Kapitel 33.

Die Farben wählte Chagall nach den Anweisungen Moses für die Gewänder der Priester, wie sie im 2. Buch Moses, im Exodus im Kapitel 28 stehen. Für die Farben sind dort angegeben: Blau, Rot, Grün und Gold oder Gelb.

Wie wir ja wissen, hat Chagall seine Bilder in der Regel nicht erklärt. Er sagte einmal:

„In diesen Fenstern wollte ich das Mysterium und die Spiritualität zum Ausdruck bringen, die ich in Israel zutiefst empfinde. Auch nachdem ich dies zu erreichen suchte, habe ich noch immer keine Theorie für meine Arbeitsweise. Ich habe nicht versucht, irgendeiner Theorie zu folgen. Gott schuf den Menschen ohne eine Theorie, und Kunst wird am besten ohne eine Theorie hervorgebracht. Das einzige, was in unserer Macht liegt, ist für die Kunst zu arbeiten. Das übrige erledigt Gott.“

Ich kann Ihnen die Bilder auch nicht erklären, ich kann Ihnen nur das schlecht und recht wiedergeben, was man so als Tourist darüber erfährt. Bitte erwarten Sie also keine kunsthistorische Betrachtung.


Die Glasfenster


Ruben (1)

Das erste Fenster ist, wie könnte es anders sein, dem ersten Sohn Jakobs, Ruben, dem Sohn Leas, gewidmet. Jakob sagte zu seinem Sohn Ruben:

Du, Ruben, bist mein Erstgeborener, das Zeugnis meiner besten Kraft, weil ich dich als den Ersten zeugte; du bist der Erste auch an Macht und Hoheit! Und doch kannst du nicht Erster bleiben; denn zügellos wie wilde Fluten bist du einst auf mein Bett gestiegen und hast dich dadurch selbst geschändet.

Warum hatte Jakob seinem Sohn Ruben das Erstgeburtsrecht aberkannt? Was war geschehen? Ruben hatte seinen Vater in schlimmer Weise gekränkt. Er hatte mit der Nebenfrau seines Vaters, mit Bilha, der Dienerin Rahels, der Mutter seiner Brüder Dan und Naftali, geschlafen. Das Recht des Erstgeborenen, den doppelten Anteil zu erben, hatte er dadurch verspielt. Ruben war für seinen Vater ein Bruder Leichtfuß, so würden wir wohl heute sagen, er war „zügellos wie wilde Fluten“. Die blaue Farbe des Fensters ist das Wasser, in dem Fische schwimmen.

Über dem blauen Wasser ist der blaue Himmel mit Vögeln zu sehen. Die Vögel sind wohl Adler, deren Krallen die Kraft Rubens symbolisieren. Daß er der Erstgeborene war, hat Chagall durch die aufgehende Sonne oben im Fenster symbolisiert.

Und noch etwas finden wir unten rechts, eine rot leuchtende Alraunepflanze, deren Früchte, Liebesäpfel, als Aphrodisiakum galten. Ruben hatte sie auf dem Feld gefunden und sie seiner Mutter Lea mitgebracht. Dies hatte ihre Schwester Rahel herausbekommen. Sie überredete Lea, diese mit ihr zu teilen. So bekam auch die bis dahin Kinderlose letztendlich noch zwei Söhne.

Moses sagte über den Stamm Ruben:

Laß Ruben leben und nicht untergehen, doch mache seine Männer nicht zu zahlreich!

Der Stamm Ruben hatte sich noch zu Zeiten Moses, also bevor die Israeliten das gelobte Land erreicht hatten, östlich des Jordans als Hirtenvolk niedergelassen und war wohl ein kleiner Stamm geblieben. Am rechten Rand finden wir eine grüne Weide mit Schafen.


Simeon (2)

Über die Brüder Simeon und Levi verhängte Jakob einen Fluch:

Ihr beiden Brüder, Simeon und Levi, ihr könnt mich nicht dafür gewinnen, mich euren Plänen anzuschließen; denn ihr kennt nichts als Wut und Willkür! Ganz sinnlos habt ihr Männer abgeschlachtet und starke Stiere ohne Grund verstümmelt. Verflucht sei euer wildes Wüten, weil es so roh und grausam ist. Das Urteil über Euch hat Gott gesprochen: „Ihr dürft nicht mehr zusammenbleiben; ich werde euch in Israel zerstreuen!"

Was war geschehen, daß Jakob diesen schlimmen Fluch sprechen ließ. Sichem, ein Königssohn in Kanaan hatte Dina, die Tochter Jakobs vergewaltigt. Jakob hatte sich schon mit den Kanaanitern geeinigt, doch Simeon und Levi überfielen in wütender Rachsucht Sichems Stadt und erschlugen alle Männer, raubten sie aus und plünderten die Stadt. Sie nahmen alle Tiere mit und auch Frauen und Kinder als Sklaven.

Das Fenster für Simeon ist in einem sehr kräftigen, aggressiven Blau gehalten. In ihm finden wir Symbole des Zerstreuenden, des Trennenden. Im unteren Teil des Fensters sehen wir eine Erdkugel, auf der die Trennung zwischen Tag und Nacht zu erkennen ist, über ihr zwei auseinanderstrebende Trabanten, die die sich zerstreuenden Stämme Simeon und Levi symbolisieren. Die Blätter auf dem linken Trabanten zeigen Leben an, wie auch der darunter dargestellte Baum. der rechte ist blutrot, wie es auch die beiden verwundeten Tauben sind. Ein schlachtroß und ein geflügelter Stier streben auseinander als Sinnbild für die Zerstreuung. Moses hat den Stamm Simeon nicht erwähnt. Dem Stamm Simeon war es später nicht gelungen, das ihm zugewiesene Gebiet zu erobern. Die Nachkommen Simeons gingen auf im Stamm Juda und verteilten sich auf die Städte in Judäa, deren Gründung ihnen zugeschrieben wird. Dies deutet Chagall durch die Häuserreihe am unteren Rand des Fensters an.


Levi (3)

Den Fluch Jakobs über seine Söhne Simeon und Levi haben wir schon beim vorigen Fenster gehört. Die Nachkommen Levis erwiesen sich aber in der folgenden Zeit als treue Anhänger des Gottes Israels. Sie wurden die Priesterkaste des alten Israels. So wurde ihnen auch die Bundeslade anvertraut und später übten sie den Tempeldienst in Jerusalem aus. Sie erhielten kein eigenes Land, sondern wurden in den Siedlungsgebieten, vornehmlich in den Städten der anderen Stämme ansässig. Jakobs Fluch, die Zerstreuung ging also auch für die Leviten in Erfüllung.

Moses, der selbst ein Levit war, hat die Zukunft des Stammes Levi im längsten Segensspruch gewürdigt. Das Wichtigste für uns steht in den Zeilen:

... Die Kinder Levis folgten dir aufs Wort und hielten treu zu deinem Bund. Sie werden Israel dein Recht verkünden, damit dein Volk stets dein Gesetz befolgt. Sie bringen Opfer dar auf dem Altar, verbrennen dir zu Ehren süßen Weihrauch. ...

Die Farbe des Fensters für Levi ist ein helles Goldgelb. Gold war das wichtigste Material für die sakralen Gegenstände, die die Priester benutzten. Auch bei ihren Gewändern und für ihren Schmuck wurde viel Gold verwendet. Am unteren Rand ist ein Altar zu sehen, auf ihm verschiedene Gefäße. Rechts und links davon Kerzen, von denen das goldene Licht ausgeht. Über dem Altar finden wir die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten als Zeichen dafür, daß die Leviten die Bewahrer der Thorarollen waren. Da die Abbildung von Menschen im Judentum nicht erlaubt ist, sind anstelle der segnenden Priester, Tiere gemalt. Es sind auch die Tiere für das Brandopfer und das Opfermahl, Lamm und Schaf. Und wir sehen eine Schale mit Früchten, ein Hinweis auf den Ritus, die Erstlingsfrüchte in den Tempel zu bringen. In diesem Fenster fehlt auch nicht der sogenannte Davidstern, das Symbol des Judentums.


Juda (Yehuda) (4)

Das vierte Fenster ist Juda, dem vierten Sohn Jakobs und Leas, und seinem ganzen Stamm gewidmet. Schon frühzeitig hatte Juda seine Führerschaft unter seinen Brüdern bewiesen. Dieses wurde von Jakob am Anfang seines Segensspruchs gewürdigt:

Dich, Juda, preisen deine Brüder! ...

Weiter unten heißt es dann:

... Mein Sohn, du gleichst dem jungen Löwen, ...

Der Löwe ist im unteren Teil des Fensters dargestellt.

Ganz oben sehen wir eine Krone. Dies deutet auf königliche Würden hin. Das Fenster ist ja auch dem Stamm Judas gewidmet, und aus diesem sind die großen Könige David und Salomon hervorgegangen. Jakob hat dieses vorhergesagt:

... Nur dir gehören Thron und Zepter, dein Stamm wird stets den König stellen, ...

Das Buch der Könige erzählt von dem jährlichen Segen, den der König über das Volk sprach. Ausgestreckte Hände deuten diese Handlung an. Hinter dem Löwen ist eine Stadt zu erkennen. Dies ist Jerusalem, die Stadt Davids.

Zum Schluß sagt Jakob in seinem Segensspruch:

... Ja, Juda lebt im Überfluß: Ganz achtlos bindet er sein Reittier am allerbesten Weinstock fest und wäscht im Traubenblut den Mantel. ..

Hier finden wir auch die Erklärung für die rote Farbe des Fensters. Es ist die Farbe des roten Weins, und auch das Purpurrot der Königsmäntel. Am rechten Rand ist ein Weinstock mit Trauben zu erkennen.


Sebulon (Zebulon) (5)

Die nächsten beiden Fenster sind den Brüdern Sebulon und Issachar gewidmet. Sebulon wurde von Jakob mit den Worten gesegnet:

Du, Sebulon, wohnst nah beim Meer, dort, wo die Schiffe einen Hafen finden; bis hin nach Sidon reicht dein Land!

Moses hat für Stämme Sebulon und Issachar einen gemeinsamen Segen gesprochen:

Du, Sebulon, erfährst dein Glück auf See, und Du in deinen Zelten, Issachar! Sie laden Ihre Nachbarvölker ein, auf ihren heiligen Berg zu kommen; sie bringen Opfer, die Gott wohlgefällig sind. Sie finden Ihren Reichtum auf dem Meer und holen ihre Schätze aus dem Sand.

Im Fenster von Sebulon finden wir entsprechend den Prophezeiungen Jakobs und Moses Symbole für ein am Meer lebendes Volk, Fische und ein Schiff. Tatsächlich hatte aber der Stamm Sebulon keinen direkten Zugang zum Wasser. Vom Mittelmeer war er durch den Stamm Ascher, vom See Genezareth durch den Stamm Naftali getrennt. Durch das Gebiet der Sebuloniter verliefen aber wichtige Handelswege, die ihnen auch Zugang zu den von den Phöniziern beherrschten Häfen verschafften. So konnten sie Handel treiben, was durch das Schiff unten links gewürdigt wird. Da das ihr Leben bestimmende Mittelmeer im Westen lag, ist die Farbe des Fensters durch die im Westen glutrot untergehende Sonne in der Mitte bestimmt.


Issachar (6)

Wie schon erwähnt ist dieses Fenster dem Stamm Issachar gewidmet. Für Issachar sprach Jakob folgenden Segen:

Du, Issachar, beugst deinen Rücken und schleppst als Sklave schwere Lasten. Genauso wie ein dürrer Esel brichst du darunter in die Knie. Du zahlst den Preis für deine Sehnsucht nach einem schönen, ebnen Land und einem Leben ohne Mühe!

Denken wir noch einmal an den Spruch Moses,

„ ... und holen ihre Schätze aus dem Sand!, ..."

so erkennen wir daraus, daß der Stamm Issachar seßhaft wurde und Landwirtschaft betrieben hat. Die Grundfarbe des Fensters ist grün, Pflanzen und Früchte sind zu sehen. Der Reichtum an landwirtschaftlichen Erzeugnissen verführte Feinde immer wieder dazu, sie zu überfallen und sie tributpflichtig zu machen. Wir erkennen im unteren Teil des Fensters den Esel, der die schwere Last des Tributs auf sich nehmen sollte. Diese Zahlungen fielen den Leuten Issachar's relativ leicht und sie liebten ihr Land so sehr, daß sie es auch im Falle eines Krieges nicht verließen. Sie zogen es vor, doppelte Steuern zu zahlen. Die Häuser auf der linken Seite sind als Zeichen für ihre Seßhaftigkeit zu verstehen.

Es gibt eine Legende, daß Sebulon und Issachar eine Vereinbarung trafen, wonach Sebulon als derjenige, der Handel trieb, für Issachar mitsorgen und Issachar sich dem Thorastudium widmen sollte. Das weiße Dreieck in der Mitte ist wohl ein Sinnbild für die heiligen Schriften. Die Hände Jakobs deuten den Segen an, der auf dieser Handlungsweise ruhen sollte.


Dan (7)

Jakob sagte zu seinem Sohn Dan:

Du, Dan, bewahrst das Recht des Volkes!
Deswegen wird dein Stamm geachtet von allen Stämmen Israels.
Gefährlich bist du wie die Schlange,
die auf der Lauer liegt am Wegrand:
Sie beißt das Pferd in seine Fesseln,
dann stürzt der Reiter rücklings ab.
So siegst du über deine Feinde!

Auf welche Weise hat Chagall diesen Spruch in seinem Fenster für Dan umgesetzt? Am auffälligsten ist hier wohl der dreiarmige Leuchter in der Mitte des Fensters. Man kann ihn als Sinnbild für die Waage der Gerechtigkeit ansehen. Auf dem Leuchter sitzt ein junger Löwe, der ein Schwert in die Höhe streckt. Schwert und Waage sind auch später in Darstellungen der Justitia Symbole der Gerechtigkeit.

Der zweite Teil des Spruches bezieht sich auf das ständige sich wehren müssen gegen die Philister. Eine Schlange windet sich um den Leuchter und unten rechts sind Pferde dargestellt. Die Bedrängnis des Stammes Dan durch die Philister hatte das Volk gezwungen das ihm ursprünglich durch das Los zugewiesene Land um das heutige Tel-Aviv herum zu verlassen. Dieses Gebiet heißt im übrigen auch heute noch Dan. Das Volk Dan siedelte schließlich im Gebiet der heutigen Golanhöhen. Moses hatte dies vorausgesagt:

Auch Dan ist wie ein junger Löwe, er springt hervor aus Baschans Wald.

Baschan ist eine sehr fruchtbare Hochebene im nördlichen Ostjordanland. Die dargestellten Vögel, Fische und Pflanzen weisen auf diese fruchtbare Gegend hin.


Gad (8)

Gad war der erste Sohn Silpas, der Dienerin Leas. Über ihn sagte Jakob:

Du, Gad, von Räubern oft bedrängt, läßt dich von Ihnen nie berauben; du wehrst sie ab und jagst sie fort!

Und Moses sagte über den Stamm Gad:

Der Herr gibt Gad ein weites Land, und dafür sei ihm Preis und Dank gebracht! Auf Beute lauert Gad, dem Löwen gleich, und reißt den Opfern Kopf und Arme ab. ...

Der Stamm Gad wurde noch zu Moses Zeiten, wie auch der Stamm Ruben, östlich des Jordans ansässig. Da der Stamm viele Herden besaß, fanden sie dort gutes Weideland. Trotzdem blieben sie dem gesamten Volk Israels treu und beteiligten sich an der Eroberung der westlich des Jordans gelegenen Gebiete, dem gelobten Land. Sie waren gute Krieger, wie auch aus den beiden Segenssprüchen hervorgeht.

Das Fenster zeigt ein wirres Durcheinander von Waffen, Speeren, Schilden. Wir sehen viele Raubtiere, Schwerter schwingende Vögel, alles Symbole für des kriegerische Wesen dieses Stammes. Auf der rechten Seite stürmt ein Pferd heran, auf der linken Seite ein Befestigungsturm, ein Hinweis auf die Trutzburgen der Philister.


Ascher (9)

Kommen wir nun zum dritten Fenster der Südseite der Synagoge. Es ist Ascher, dem zweiten Sohn, Silpas gewidmet. Jakob hatte in seinem Segensspruch für Ascher gesagt:

Die Felder Aschers tragen reiche Frucht; in seinem Land wächst nur das Beste, die Speise für des Königs Tisch.

Und später heißt es bei Moses:

Auf Ascher blicken liebevoll die Brüder, er ist noch mehr gesegnet als die anderen. Sein Land ist überreich an Öl, so reich, daß er die Füße darin badet. ...

Und tatsächlich bekam der Stamm Ascher bei der durch das Los von Josua vorgenommenen Landverteilung auf die Stämme Israels ein sehr fruchtbares Gebiet am Meer im Norden des heutigen Israels zugewiesen.

Der grau-grüne Grundton des Fensters ist die Farbe des Olivenbaums. Olivenöl war etwas sehr kostbares. Wir sehen auf der rechten Seite einen Olivenbaum. Unten links finden wir ein vogelförmiges Ölgefäß, darüber den Mahlstein einer Ölmühle. Unten in der Mitte steht ein siebenarmiger Leuchter, eine Menora. Ein solcher Leuchter wurde mit Öl betrieben. Rechts daneben steht ein kleines tassenförmiges Gefäß, das zum Nachfüllen des Öls diente. Der Vogel in der Mitte des Fensters trägt eine Krone und könnte als königliches Wildbret angesehen werden. Der Stamm Ascher war ein friedliebender Stamm. Daher finden wir oben eine Friedenstaube mit einem Olivenzweig im Schnabel.


Naftali (10)

Das Fenster für Naftali ist in einem hellen Gelb gehalten. Es entspricht dem verhältnismäßig schlichten Segensspruch Jakobs für Naftali, dem zweiten Sohn Bilhas:

Du, Naftali, gleichst einer Hirschkuh, die auf den Bergen frei herumläuft und du verstehst es gut zu reden.

Die Söhne Jakobs hatten ja ihren Bruder Josef, der sie immer wieder durch überhebliche Reden geärgert hatte, nach Ägypten verkauft. Dort war er zum höchsten Beamten des Pharaos, zum Vizekönig, aufgestiegen. Da die Familien Jakobs in Not geraten waren, reisten die Brüder zweimal nach Ägypten, um Korn einzukaufen. Sie trafen dort mit ihrem Bruder wieder zusammen, der sich aber erst bei zweiten Mal zu erkennen gab. Bei der Rückkehr soll Naftali der Schnellste gewesen sein und seinem Vater als Erster berichtet haben, daß Josef lebt.

Moses sagte über Den Stamm Naftali:

Der Herr hat Naftali gesegnet und sättigt ihn mit seiner Gunst. Vom See greift er nach Süden aus.

Der Stamm Naftali siedelte später im Gebiet südlich und westlich des Sees Genezareth, in Galiläa, einer bergigen, aber auch fruchtbaren Gegend. Die Pflanzen auf der linken Seite deuten dies an. Es könnte aber auch der Baum sein, unter dem Debora saß. Debora, eine Richterin Israels, und Barak, ihr Feldherr, waren Angehörige des Stammes Naftali. Sie besiegten die Philister am Berg Tabor, der auf der linken Seite hinter der Hirschkuh zu sehen ist. Danach sangen sie ihr berühmtes Lied. Der Vogel, dessen Lieder in den hellen Himmel aufsteigen, verdeutlich dies.


Josef (11)

Josef war der Erstgeborene Rahels, der zweiten Frau Jakobs, die er ganz besonders liebte. Auf ihn übertrug sich das Erstgeburtsrecht, das Ruben ja wegen der Kränkung seines Vaters aberkannt worden war. Josef war der Liebling seines Vaters, was ja auch den Neid seiner Brüder hervorgerufen hatte. Auf ihn sind zwei Stämme Israels zurückzuführen, deren Stammväter seine Söhne Efraïm und Manasse waren, eine Folge des auf ihn übertragenen Erstgeburtsrechts, einen doppelten Anteil zu erben. Zu Josef sagte sein Vater Jakob am Anfang seines sehr langen Segensspruches:

Du, Josef, bist dem Weinstock gleich, der an der Quelle üppig treibt und seine Mauer überwuchert, ....

In dem wieder in strahlendem Goldgelb gehaltenen Fenster ist unten links ein Baum mit üppigen Früchten und oben rechts ein Weinstock zu sehen. Im weiteren hatte Jakob gesagt:

... Gott, der Gewaltige, ist es, der dir hilft, dich segnet deines Vaters Gott. Er gibt dir Regen aus dem Himmel und Wasser von der Flut der Tiefe ganz unten bei dem Grund der Erde. ...

Jakob sagt also Josef und seinen Söhnen voraus, daß ihre Nachkommen in einem fruchtbaren Land leben werden. Chagall hat dies durch die grasenden Tiere rechts unten und den gut gefüllten Brotkorb unten in der Mitte symbolisiert. Am Schluß des Segensspruch heißt es:

... Dies alles ist dir vorbehalten, weil du den Segen erben sollst, den ich, dein Vater, einst empfing. Du, Josef , bist der Auserwählte inmitten aller deiner Brüder!

Der Schofar, der ganz oben im Fenster geblasen wird, ist ein Zeichen für den Segen des Himmels.

Chagall hat aber in seinem Fenster auch nicht vergessen, daß Josef, von seinen Brüdern wegen seiner Überheblichkeit nach Ägypten verkauft, dort bis zum Vizekönig aufstieg. Der Vogel links trägt eine Krone. Beim Weinstock, beim Brotkorb und bei den grasenden Tieren, die ja auch Kühe sein könnten, hat Chagall vielleicht an die Träume von Mundschenk, Bäcker und Pharao gedacht, die Josef richtig gedeutet hatte.


Benjamin (12)

Das letzte Fenster ist dem jüngsten Sohn Jakobs, Benjamin, gewidmet. Benjamin war der zweite Sohn Rahels, die bei seiner Geburt starb. Darum liebte Jakob diesen Sohn ganz besonders. Über Benjamin sagte Jakob:

Du, Benjamin, bist wie der Wolf, der morgens seinen Raub verschlingt und abends seine Beute teilt.

Auch die Benjaminiter waren ein kriegerischer Stamm. Dies wird angedeutet durch den Wolf im unteren Teil des Fensters. Vor ihm liegt seine Beute. Die Aufteilung der Beute ist symbolisiert durch den geteilten hebräischen Schriftzug Benjamin.

Moses hatte über den Stamm Benjamin gesagt:

Das Lieblingskind des Herrn ist Benjamin. Der höchste Gott wacht täglich über ihn, er wohnt beschützt und sicher zwischen Bergen.

Dieser versprochene Schutz ist in der Mitte des Fensters durch einen großen Schutzschild dargestellt. Darüber hinaus finden wir innerhalb des großen Kreises viele kleine Kreise, ein Zeichen für die zu einer Einheit vereinigten Stämme Israels unter ihrem ersten König Saul. Er war ein Benjaminiter, wie auch sehr viel später Mordechai und Königin Ester. Der geteilte Schriftzug ist aber auch ein Hinweis darauf, daß der Jordan das Stammesgebiet Benjamins teilt. Jerusalem gehörte keinem Stamm, doch lag es im Gebiet des Stammes Benjamin. Wir sehen im Fenster den Tempelberg. Darauf bezog sich auch Moses Segen:

„... er wohnt beschützt und sicher zwischen Bergen.“.


Israel heute

Wir sind nach Jerusalem zurückgekehrt. Wie sieht das Land aus, in dem Jerusalem liegt? Wie sieht das gelobte Land aus, in das Moses die Stämme Israels führen sollte? Vor drei- bis viertausend Jahren begann mit ihrem Eindringen in dieses Gebiet der Kampf der israelitischen Stämme um das gelobte Land.

Einige wenige Bilder des heutigen Israels zum Ende meines Vortrags sollen ihnen eine vage Vorstellung davon vermitteln. Israel ist wie zu Moses Zeiten auch heute zum größten Teil Wüste. Die Stämme Israels waren Nomadenvölker, die aber trotzdem in der unwirtlichen Umgebung überlebt haben, wie auch heute noch nomadisierende Berber mit ihren Schaf- und Ziegenherden.

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Judäische Wüste

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Schafherde in der judäischen Wüste

Es gibt aber auch fruchtbare Gegenden in Israel, wie hier um den See Genezareth.

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See Genezareth, von den Golanhöhen aus gesehen

Auch das nächste Bild zeigt den See Genezareth. Das aufziehende Wetter erfreut den Touristen nicht, aber die Israelis sehr, die für jeden Tropfen Wasser dankbar sind.

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See Genezareth, ein Unwetter zieht auf

Dieses Land zeigt viele Naturschönheiten, hier den ältesten Olivenbaum Israels, wahrscheinlich etwa 1000 Jahre alt.

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Ältester Ölbaum Israels (ca. 1000 Jahre alt)

Oder auch hier die sogenannten Säulen Salomons, eine beeindruckende Felsformation, die schon in vorisraelitischer Zeit von Kanaanitern als Kultstätte gedient hat.

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Salomons Säulen

Eindrucksvoll auch diese von Menschenhand geschaffenen Höhlen in den Bergen westlich von Jerusalem. Sie entstanden durch den Abbau von Gips.

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Gipshöhlen in den Bergen westlich von Jerusalem

Das ganze Gebiet zwischen Euphrat und Rotem Meer hat viele Herrscher gesehen. Es ist das Verbindungsglied zwischen Asien und Afrika. Wer es beherrschte, war auch der Nutznießer des Handels, der schon seit tausenden von Jahren Asien und Afrika verband. Alle Herrscher, Kanaaniter und Philister, Ägypter, Babylonier und Israeliter, Perser, Griechen und Römer, Byzantiner, Seldschuken und Kreuzfahrer, Mamelucken und Osmanen, letztlich auch die Engländer haben ihre Spuren hinterlassen.

So waren etwa die Römer Meister im Bau von Theatern.

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Caesarea, Theater

Auch waren sie sehr gute Ingenieure. Etwa im Bau von Aquädukten. Dieser ist 12 km lang und hat ein Gefälle von nur einem Prozent. Er diente der Versorgung der am Meer gelegenen Stadt Caesarea.

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Caesarea, altes römisches Aquädukt

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Caesarea, Blick durch einen Bogen des Aquädukts aufs Meer

Die Kreuzritter haben Burgruinen und befestigte Häfen hinterlassen, hier die Burg Belvoir oder die Hafenmole von Akko.

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Ruine der Kreuzritterburg Belvoir

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Hafenmole von Akko

Nach den Kreuzrittern waren wieder die Türken im Lande. Die beherrschende Religion war der Islam. Überall finden wir Moscheen, als Beispiel ein Bild aus Bethlehem.

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Bethlehem

Unter dieser Herrschaft haben über Jahrhunderte hinweg in Palästina Juden, Christen und Muslime friedlich nebeneinander gelebt.

Im vorigen Jahrhundert hat sich wieder alles geändert. Der Zusammenbruch des osmanischen Reiches infolge des ersten Weltkrieges, die allmähliche Einwanderung der Zionisten, der zweite Weltkrieg und der entsetzliche Holocaust, die Gründung des israelischen Staates, die fünf Kriege der Israelis gegen die Araber, all diese Ereignisse haben dieses Land in hohem Maß erschüttert. Wird die Knesset das letzte Zeichen staatlicher Macht bleiben? Wird der siebenarmige Leuchter, die Menora, vor der Knesset das Wahrzeichen dieses Landes bleiben?

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Jerusalem, Knesset

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Jerusalem, Menora vor der Knesset

Wie auch immer die Zukunft im nahen Osten aussehen wird, die Gedenkstätte Yad Vashem sollte allen Menschen in diesem Land eine Mahnung für ein friedliches Zusammenleben sein. Symbolisch hier ein Bild vom Denkmal für Janusz Korczak.

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Jerusalem, Denkmal für Janusz Korczak in der Gedenkstääte Yad Vashem


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