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Vom Mürbeteig zur Torte
EISINGEN (COP)
Vor zweieinhalb Jahren stellte sich Heidi Herbert als frisch gebackene Vikarin
vor - seit Samstag nun ist sie offiziell Pfarrerin. Im Rahmen eines feierlichen
Gottesdienstes in der Eisinger Philippuskirche wurde sie von Regionalbischof
Helmut Völkel zur Pfarrerin ordiniert.
"Ich habe Ihnen damals erzählt, was alles so in mir drinsteckt, welche Zutaten
mir im Laufe meines Studiums beigemengt wurden. Wenn ich mich mit einem Kuchen
vergleiche, so sah das Ergebnis in etwa so aus", sagte Heidi Herbert und hielt
einen blanken Tortenboden in der Hand. Heute, zweieinhalb Jahre später, seien
jede Menge Zutaten hinzugekommen und dies habe sie mittlerweile zu einer
Sahnetorte werden lassen. Dabei zeigte sie auf eine gelungene
Schokoladen-Sahnetorte, von der die rund 80 Gäste der evangelisch-lutherischen
Kirchengemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn anschließend probieren durften. Damit
möchte sich die 32-Jährige jedoch nicht zufrieden geben: Die höchste Torte der
Welt habe über 100 Schichten und sei 38,85 Meter hoch. "Das sehe ich als
Herausforderung", bekannte sie lachend und erhielt anerkennenden Applaus.
Keinen Zweifel daran, dass sie ihren Weg gehen wird, hatte der Regionalbischof,
Oberkirchenrat Völkel. Er hatte auf Wunsch von Herbert in seiner Predigt auf die
Geschichte Abrahams zurückgegriffen, die davon berichtet, wie er aufbricht, um
auf Geheiß Gottes loszuziehen und sein Wort zu verkünden. "Ein Lebensabschnitt
geht zu Ende und ein neuer beginnt", wandte sich Völkel an Herbert. Er sei sich
sicher, dass sie sich stets an ihre Vikarzeit erinnern werde, denn der Anfang
sei erfahrungsgemäß das Wichtigste. "Theologin wird man durch das Studium,
Pfarrerin durch die Praxis", meinte er und wünschte ihr viel Kraft für das
bevorstehende Jahr, das sie als Seelsorgerin in der Universitätsklinik Würzburg
verbringen wird. "Möge ihr Aufbruch gesegnet sein", sagte Völkel, bevor er ihr
gemeinsam mit ihren Assistenten die Hand auflegte und sie zur Pfarrerin
ordinierte.
Schirm, Blumen und ein Buch
Viele segensreiche Spuren habe sie bereits in der Gemeinde hinterlassen, meinte
Kirchenvorsteher Dr. Hans-Jürgen Stahl und davon konnten sich die Gäste während
der vielen Wünsche überzeugen. Ludwig Götzelmann, Bürgermeister in Kist, zeigte
sich von einer Beerdigung beeindruckt, die Herbert trotz Schneegestöbers zu
einem für ihn tief berührten Ereignis hatte werden lassen. Damit sie stets gegen
solche Wetterkapriolen gewappnet ist, überreichte er ihr im Namen der
politischen Gemeinden Waldbrunn, Eisingen und Kist einen Schirm, Blumen sowie
ein Buch. Herzliche Worte sprach auch ihr Mentor, Pfarrer Peter Fuchs, der von
ihrer Kreativität und Herzlichkeit sowie von ihren Talenten beeindruckt war.
Damit ihr Backwerk gelingt, gab es von Familie Fuchs unter anderem eine Backform
mit jeder Menge Backpulver und Hefe als Zutaten. Eine große Lücke hinterlasse
sie und ihr Mann, Vikar Jörg Herbert, ebenfalls im Kirchenchor, meinte
Chorleiterin Diana Roth.
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"Ordination Heidi Herbert"
© Copyright für Text und alle Bilder by
Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn
Am Molkenbrünnlein 10, D-97249 Eisingen