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Zurück zur Übersicht "Galerie"Abdruck Mainpost vom 11.09.2006 (von Conny Puls)

Vom Mürbeteig zur Torte EISINGEN (COP)

Vor zweieinhalb Jahren stellte sich Heidi Herbert als frisch gebackene Vikarin vor - seit Samstag nun ist sie offiziell Pfarrerin. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Eisinger Philippuskirche wurde sie von Regionalbischof Helmut Völkel zur Pfarrerin ordiniert.
"Ich habe Ihnen damals erzählt, was alles so in mir drinsteckt, welche Zutaten mir im Laufe meines Studiums beigemengt wurden. Wenn ich mich mit einem Kuchen vergleiche, so sah das Ergebnis in etwa so aus", sagte Heidi Herbert und hielt einen blanken Tortenboden in der Hand. Heute, zweieinhalb Jahre später, seien jede Menge Zutaten hinzugekommen und dies habe sie mittlerweile zu einer Sahnetorte werden lassen. Dabei zeigte sie auf eine gelungene Schokoladen-Sahnetorte, von der die rund 80 Gäste der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Eisingen-Kist-Waldbrunn anschließend probieren durften. Damit möchte sich die 32-Jährige jedoch nicht zufrieden geben: Die höchste Torte der Welt habe über 100 Schichten und sei 38,85 Meter hoch. "Das sehe ich als Herausforderung", bekannte sie lachend und erhielt anerkennenden Applaus.
Keinen Zweifel daran, dass sie ihren Weg gehen wird, hatte der Regionalbischof, Oberkirchenrat Völkel. Er hatte auf Wunsch von Herbert in seiner Predigt auf die Geschichte Abrahams zurückgegriffen, die davon berichtet, wie er aufbricht, um auf Geheiß Gottes loszuziehen und sein Wort zu verkünden. "Ein Lebensabschnitt geht zu Ende und ein neuer beginnt", wandte sich Völkel an Herbert. Er sei sich sicher, dass sie sich stets an ihre Vikarzeit erinnern werde, denn der Anfang sei erfahrungsgemäß das Wichtigste. "Theologin wird man durch das Studium, Pfarrerin durch die Praxis", meinte er und wünschte ihr viel Kraft für das bevorstehende Jahr, das sie als Seelsorgerin in der Universitätsklinik Würzburg verbringen wird. "Möge ihr Aufbruch gesegnet sein", sagte Völkel, bevor er ihr gemeinsam mit ihren Assistenten die Hand auflegte und sie zur Pfarrerin ordinierte.
 
Schirm, Blumen und ein Buch


Viele segensreiche Spuren habe sie bereits in der Gemeinde hinterlassen, meinte Kirchenvorsteher Dr. Hans-Jürgen Stahl und davon konnten sich die Gäste während der vielen Wünsche überzeugen. Ludwig Götzelmann, Bürgermeister in Kist, zeigte sich von einer Beerdigung beeindruckt, die Herbert trotz Schneegestöbers zu einem für ihn tief berührten Ereignis hatte werden lassen. Damit sie stets gegen solche Wetterkapriolen gewappnet ist, überreichte er ihr im Namen der politischen Gemeinden Waldbrunn, Eisingen und Kist einen Schirm, Blumen sowie ein Buch. Herzliche Worte sprach auch ihr Mentor, Pfarrer Peter Fuchs, der von ihrer Kreativität und Herzlichkeit sowie von ihren Talenten beeindruckt war. Damit ihr Backwerk gelingt, gab es von Familie Fuchs unter anderem eine Backform mit jeder Menge Backpulver und Hefe als Zutaten. Eine große Lücke hinterlasse sie und ihr Mann, Vikar Jörg Herbert, ebenfalls im Kirchenchor, meinte Chorleiterin Diana Roth.


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